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„Ich will die Blümchen-Katzen-Malerei vermeiden"

Klaus Grape eröffnet seinen „Kunstraum Wolfratshausen* mit dem Zyklus „Kosmos und Empathie'



Wolfratshausen - In Wolfratshausen gibt es einen neuen Treffpunkt für Künstler und Kunstliebhaber. Der Maler Klaus Grape eröffnete am Freitag seine Galerie „Kunstraum Wolfratshausen" in der Humplgasse 1. Künftig soll dort vor allem zeitgenössische Kunst ausgestellt werden.

Den Auftakt machte eine Ausstellung mit Grapes eigenen Bildern. Bis zum 30. April zeigt er 16 abstrakte Werke aus dem Zyklus „Kosmos und Empathie"' -  imaginäre Landschaften, die wie Auszüge aus einem Satelliten-Weltatlas aussehen. „Kalt, heiß, abweisend", sagt Grape dazu, „auf jeden Fall sind die Bilder stets menschenleer'. Es sind archaische Landschaften. Sie spiegeln die Schöpfung vor der Erschaffung der Menschheit wider und die Zeit danach, wenn die Menschen irgendwann verschwunden sind und der Kosmos wieder unbelebt sein wird. Es sind Bilder, die den Betrachter in eine unbekannte, nicht existierende Welt einladen. Grape arbeitet mit puren Farbpigmenten, mit Kies, Sand und Acrylbinde-mittel. Gerne greift er auch zu Glasperlen, Silbernuggets.

Swarovski-Diamanten und Metallteilen vom Schrottplatz. Durch die wechselnden Lichtreflexionen der verschiedenen Materialien verändert sich der Charakter der Bilder ständig. „Wer sich eines meiner Werke kauft, soll darin langfristig etwas erleben. Man soll noch nach fahren daran vorbei gehen und Neues darin entdecken", sagt Grape, der zwar seit seiner Schulzeit malt, diese Leidenschaft aber erst vor fünf Jahren zum Beruf gemacht hat.

Seine Bilder verkauft er mittlerweile weltweit. Lange Zeit hat Grape als Architekt und Innenarchitekt in Südafrika gelebt und gearbeitet. Diese Lebensphase prägt seine Werke bis heute: „Dort habe ich ein Bewusstsein für Landschaft entwickelt. Für ihre Friedlichkeit, Unberührtheit, aber auch für ihre Aggressivität." Die Höhen und Tiefen des Lebens sind für ihn ebenso eine Quelle der Inspiration wie politische Entwicklungen und die Zerstörung der Welt. „Wir Menschen stellen uns viel zu sehr in den Mittelpunkt", sagt der Künstler. „Die Weite des Raumes und des Kosmos werde auch dann noch existieren, wenn es Menschen nicht mehr gibt."

Für seine Satelliten-Bilder hat Grape den Pinsel aus der Hand gelegt, stattdessen hat er „geschüttet und gespachtelt". „Das ist wesentlich spontaner und intuitiver." Die Ergebnisse entstehen aus einem sich fortsetzenden Experiment heraus, bei dem er selbst immer wieder Neues dazu lernt und seine Technik weiter entwickeln kann.

Diese will er nun auch in Workshops vermitteln; das Angebot bis Juni steht bereits. Die Kurse finden in der Galerie statt, neben der auch das Atelier des Künstlers liegt. Ein konkretes Programm für nächste Ausstellungen im „Kunstraum Wolfratshausen" hat Grape bislang noch nicht festgelegt. Seine Idee ist, jähr-lich zwischen zehn und 15 Künstler in der Galerie zu präsentieren: „Ich denke dabei an zeitgenössische Kunst. Die Blümchen-Katzen-Malerei möchte ich vermeiden."

NINA DAEBEL

Die Öffnungszeiten
der Galerie «Kunstraum Wolfratshausen" sind Montag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr. Weitere Infos gibt es unter www.kunstraum-wolfratshausen.de.

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